AGB für Handwerker – Muster & Checkliste

Allgemeine Geschäftsbedingungen (AGB) für Handwerker dienen dazu, die wichtigsten Rahmenbedingungen für handwerkliche Leistungen einheitlich festzulegen. Sie schaffen Transparenz zwischen Handwerksbetrieb und Auftraggeber und helfen, Missverständnisse und Streitigkeiten im Vorfeld zu vermeiden.

Gerade im Handwerk kommt es häufig zu individuellen Leistungen, Nachträgen, Terminverschiebungen oder unvorhergesehenen Mehrarbeiten. AGB können hier klare Regeln schaffen – etwa zu Zahlungsfristen, Abnahme der Leistung, Haftung oder Gewährleistung.


 

Typische Einsatzbereiche von AGB für Handwerker sind unter anderem:

  • Bau- und Renovierungsarbeiten
  • Reparatur- und Wartungsleistungen
  • Montage- und Installationsarbeiten
  • Dienstleistungen im Innen- und Außenbereich

Wichtig: AGB dürfen keine überraschenden oder unangemessenen Klauseln enthalten. Gegenüber Verbrauchern gelten besonders strenge gesetzliche Vorgaben (§§ 305 ff. BGB). Unwirksame Klauseln können im Streitfall komplett unbeachtlich sein. AGB ersetzen keinen individuellen Vertrag, sondern ergänzen diesen. Sie sollten immer vor Vertragsabschluss zur Verfügung gestellt werden (z. B. Angebot, Auftragsbestätigung, Website).

 

Checkliste für AGB im Handwerksbetrieb – An alles gedacht?

Mit dieser Checkliste erhalten Sie einen Überblick über wichtige Regelungen, die bei der Erstellung von AGB für Handwerksbetriebe berücksichtigt werden sollten.

☐ Geltungsbereich der AGB eindeutig festgelegt

☐ Unterscheidung zwischen Verbrauchern (§ 13 BGB) und Unternehmern (§ 14 BGB berücksichtigt

☐ Regelung zur Einbeziehung der AGB vor Vertragsabschluss

☐ Klare Vorgaben zum Vertragsabschluss (Angebot, Annahme, Ausführung)

☐ Leistungsumfang und Leistungsbeschreibung eindeutig definiert

☐ Regelungen zu Preisangaben und Vergütung aufgenommen

☐ Abschlags- und Teilzahlungen rechtssicher geregelt

☐ Zahlungsfristen und Verzugsfolgen festgelegt

☐ Regelungen zu Ausführungsfristen und Terminen enthalten

☐ Klauseln zu Bauverzögerungen, Behinderungen und höherer Gewalt berücksichtigt

☐ Mitwirkungspflichten des Auftraggebers klar beschrieben

☐ Umgang mit Zusatz-, Änderungs- und Nachtragsleistungen geregelt

☐ Abnahme der handwerklichen Leistung eindeutig festgelegt

☐ Gefahrübergang rechtssicher geregelt

☐ Gesetzliche Gewährleistungsrechte korrekt berücksichtigt

☐ Haftung nur im gesetzlich zulässigen Rahmen begrenzt

☐ Haftung für Fremd- oder Subunternehmerleistungen geregelt

☐ Eigentumsvorbehalt für Materialien aufgenommen

☐ Regelungen zur Aufrechnung und zum Zurückbehaltungsrecht enthalten

☐ Kündigungsrechte nach gesetzlichen Vorgaben (z. B. § 648 BGB) berücksichtigt

☐ Widerrufsrechte für Verbraucher (sofern erforderlich) erwähnt

☐ Datenschutz-Hinweis integriert

☐ Gerichtsstand und anwendbares Recht rechtssicher formuliert

☐ Salvatorische Klausel aufgenommen

Muster - Allgemeine Geschäftsbedingungen (AGB) für Handwerksbetriebe

Hinweis: Diese Vorlage dient ausschließlich als unverbindliche Orientierung und ersetzt keine rechtliche Beratung. Für die inhaltliche Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität wird keine Haftung übernommen.

Allgemeine Geschäftsbedingungen (AGB)

§1 Geltungsbereich

Diese Allgemeinen Geschäftsbedingungen gelten für alle Verträge über handwerkliche Leistungen zwischen dem Auftragnehmer und dem Auftraggeber.

§2 Vertragsabschluss

Angebote sind freibleibend. Ein Vertrag kommt durch schriftliche Auftragsbestätigung, Unterzeichnung des Angebots oder durch Beginn der Ausführung zustande.

§3 Leistungsumfang

Maßgeblich ist die schriftliche Leistungsbeschreibung. Technisch notwendige oder zumutbare Abweichungen bleiben vorbehalten.

§4 Preise und Vergütung

Alle Preise verstehen sich zuzüglich gesetzlicher Umsatzsteuer. Nicht im Angebot enthaltene Leistungen werden gesondert berechnet.

§5 Abschlagszahlungen

Der Auftragnehmer ist berechtigt, Abschlagszahlungen entsprechend dem Leistungsfortschritt zu verlangen.

§6 Zahlungsbedingungen

Rechnungen sind innerhalb von 14 Tagen ohne Abzug zahlbar. Bei Zahlungsverzug gelten die gesetzlichen Verzugszinsen.

§7 Mitwirkungspflichten des Auftraggebers

Der Auftraggeber stellt rechtzeitig alle Voraussetzungen zur ordnungsgemäßen Ausführung sicher.

§8 Ausführungsfristen

Ausführungsfristen sind unverbindlich, sofern sie nicht ausdrücklich schriftlich als verbindlich vereinbart wurden.

§9 Höhere Gewalt

Bei Ereignissen höherer Gewalt verlängern sich Fristen angemessen.

§10 Zusatz- und Nachtragsleistungen

Zusatzleistungen werden gesondert vergütet und bedürfen keiner gesonderten Schriftform, sofern sie technisch erforderlich sind.

§11 Abnahme

Nach Fertigstellung ist die Leistung abzunehmen. Die Abnahme gilt als erfolgt, wenn keine wesentlichen Mängel angezeigt werden.

§12 Gefahrübergang

Die Gefahr geht mit der Abnahme auf den Auftraggeber über.

§13 Gewährleistung

Es gelten die gesetzlichen Gewährleistungsrechte.

§14 Haftung

Der Auftragnehmer haftet unbeschränkt bei Vorsatz und grober Fahrlässigkeit. Bei einfacher Fahrlässigkeit nur bei Verletzung wesentlicher Vertragspflichten.

§15 Haftung für Fremdleistungen

Für Leistungen von Subunternehmern oder Fremdfirmen haftet der Auftragnehmer nur im Rahmen der gesetzlichen Vorschriften.

§16 Eigentumsvorbehalt

Gelieferte Materialien bleiben bis zur vollständigen Bezahlung Eigentum des Auftragnehmers.

§17 Aufrechnung und Zurückbehaltungsrecht

Eine Aufrechnung ist nur mit unbestrittenen oder rechtskräftig festgestellten Forderungen zulässig.

§18 Kündigung

Die Kündigung richtet sich nach den gesetzlichen Vorschriften, insbesondere § 648 BGB.

§19 Widerrufsrecht (nur Verbraucher)

Verbrauchern steht bei außerhalb von Geschäftsräumen geschlossenen Verträgen ein gesetzliches Widerrufsrecht zu.

§20 Datenschutz

Die Verarbeitung personenbezogener Daten erfolgt gemäß DSGVO.

§21 Erfüllungsort und Gerichtsstand

Erfüllungsort ist der Sitz des Auftragnehmers. Gerichtsstand ist – soweit zulässig – ebenfalls der Sitz des Auftragnehmers.

§22 Schriftform

Änderungen und Ergänzungen bedürfen der Schriftform.

§23 Salvatorische Klausel

Sollte eine Bestimmung unwirksam sein, bleibt die Wirksamkeit der übrigen Regelungen unberührt.

 

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