Mit einer Patientenverfügung legen Sie schriftlich fest, welche medizinischen Maßnahmen Sie wünschen oder ablehnen, falls Sie Ihren Willen aufgrund einer schweren Erkrankung oder eines Unfalls nicht mehr selbst äußern können. Sie hilft Ärztinnen, Ärzten und Angehörigen dabei, in einer Ausnahmesituation in Ihrem Sinne zu handeln.
Damit eine Patientenverfügung rechtlich wirksam ist, muss sie klar formuliert, auf konkrete Situationen bezogen, schriftlich festgehalten und eigenhändig unterschrieben sein. Allgemeine Aussagen oder unklare Wünsche können dazu führen, dass die Verfügung im Ernstfall nicht eindeutig umgesetzt werden kann.
Eine Patientenverfügung ist unabhängig vom Alter sinnvoll. Sie dient nicht nur der medizinischen Vorsorge, sondern entlastet auch Angehörige, da sie schwierige Entscheidungen nicht allein treffen müssen.
Das nachfolgende Dokument stellt ein kompaktes Textmuster zur Orientierung dar. Es zeigt beispielhaft, wie eine Patientenverfügung aufgebaut sein kann und welche Inhalte typischerweise enthalten sind:
Das Muster ist bewusst allgemein und neutral formuliert, damit es als Ausgangspunkt dienen kann. Es ersetzt keine individuelle medizinische oder rechtliche Beratung und muss an die persönlichen Vorstellungen und Lebensumstände angepasst werden.
Bitte beachten Sie: Eine Patientenverfügung ist nur wirksam, wenn sie schriftlich erstellt und unterschrieben wird. Der Inhalt sollte regelmäßig überprüft und bei Bedarf aktualisiert werden. Ergänzend kann eine Vorsorgevollmacht sinnvoll sein, um festzulegen, wer Ihren Willen im Ernstfall durchsetzt. Bei Unsicherheiten empfiehlt sich eine fachkundige Beratung, z. B. durch einen Arzt, Notar oder Rechtsanwalt.
Patientenverfügung
Ich, [Vor- und Nachname], geboren am [Geburtsdatum], wohnhaft in [Anschrift],
lege mit dieser Erklärung meinen Willen für den Fall fest, dass ich meinen Willen nicht mehr selbstständig äußern kann.
Geltungsbereich
Diese Patientenverfügung gilt für den Fall, dass ich aufgrund einer Krankheit oder eines Unfalls dauerhaft nicht mehr einwilligungsfähig bin und keine Aussicht besteht, dass ich meine Entscheidungsfähigkeit wiedererlange.
Sie soll insbesondere Anwendung finden, wenn:
eine unheilbare, tödlich verlaufende Erkrankung vorliegt und sich mein Zustand nach ärztlicher Einschätzung im Endstadium befindet,
eine schwere und dauerhafte Hirnschädigung eingetreten ist, bei der nach ärztlicher Beurteilung keine Aussicht auf Wiedererlangung des Bewusstseins besteht.
Lebensverlängernde Maßnahmen
In den oben beschriebenen Situationen wünsche ich keine lebensverlängernden Maßnahmen, wenn diese lediglich den Sterbeprozess verlängern, ohne eine realistische Aussicht auf Besserung meines Zustands oder auf eine für mich erträgliche Lebensqualität.
Lebensverlängernde Maßnahmen sollen nur dann durchgeführt werden, wenn nach ärztlicher Einschätzung eine begründete Aussicht besteht, dass sich mein Zustand wesentlich verbessert.
Künstliche Beatmung
Eine künstliche Beatmung lehne ich ab, wenn keine Aussicht besteht, dass ich dauerhaft wieder selbstständig atmen oder mein Bewusstsein wiedererlangen kann.
Wiederbelebung (Reanimation)
Ich wünsche keine Wiederbelebungsmaßnahmen, wenn diese nach ärztlicher Einschätzung lediglich zu einer Verlängerung eines irreversiblen Krankheitszustands führen würden.
Künstliche Ernährung und Flüssigkeitszufuhr
Eine künstliche Ernährung oder Flüssigkeitszufuhr lehne ich ab, wenn diese ausschließlich der Verlängerung des Sterbeprozesses dient.
Maßnahmen zur Linderung von Hunger- oder Durstgefühl sowie zur Mund- und Lippenpflege sollen unabhängig davon durchgeführt werden.
Schmerz- und Symptombehandlung
Ich wünsche in jedem Fall eine angemessene Schmerz- und Symptombehandlung, auch wenn diese möglicherweise eine unbeabsichtigte Verkürzung meiner Lebensdauer zur Folge haben sollte.
Persönliche Wünsche
Ich wünsche, dass mir in der letzten Lebensphase menschliche Zuwendung, Würde und Begleitung ermöglicht werden.
Umsetzung meines Willens
Ich bitte alle behandelnden Ärztinnen und Ärzte sowie das Pflegepersonal, meinen in dieser Patientenverfügung festgelegten Willen zu beachten und umzusetzen.
Ort, Datum: ___________________________
Unterschrift: ___________________________