Was ist eine Private Unfallversicherung?

Die private Unfallversicherung ist ein freiwilliges Versorgungsangebot der Versicherungswirtschaft. Etwa 8 Millionen Menschen erleiden jedes Jahr einen Unfall - davon mehr als zwei Drittel im privaten Bereich. Während man im beruflichen Bereich, auf Wegeunfällen oder während der Tätigkeit Versicherungsschutz über die Berufsgenossenschaften erhält, leistet eine private Unfallversicherung ergänzend für beide Bereiche. Die private Unfallversicherung gilt weltweit, rund um die Uhr in allen üblichen Bereichen, wie z.B. im Haushalt, im Straßenverkehr, bei der Arbeit, in der Freizeit und im Urlaub. Der Versicherungsschutz erstreckt sich hierbei nicht nur auf unverschuldete Unfälle, sondern auch für solche, die durch eigene Fahrlässigkeit herbeigeführt wurden. Bevor man einen Antrag auf Unfallversicherung stellt, sind Angaben zum Gesundheitszustand unerlässlich, jedoch fallen diese nicht derart umfangreich aus, wie z.B. in der Berufsunfähigkeitsversicherung. Daher eignet sich vor allem die Unfallversicherung als sinnvoller Ausgleich z.B. bei Nichtannahme in einer Berufsunfähigkeitsversicherung. Gleichwohl zu beachten ist, dass sich der Versicherungsschutz nur auf Unfälle bezieht, und nicht wie in der BU auf Krankheiten.

Grundlegend zur Beitragsermittlung ist das Eintrittsalter, der Gesundheitszustand, der Umfang des Versicherungsschutzes und die Gefahrengruppe, bzw Berufsgruppe. Unterschieden wird in den Gefahrengruppen in der Regel nach körperlicher Tätigkeit und kaufmännisch verwaltender Tätigkeit. Frauen sind zumeist unabhängig von ihrer Tätigkeit in eine allgemeine Gefahrengruppe eingestuft. In der regulären Unfallversicherung sind Artisten, Berufs- und Vertragssportler sowie Rennfahrer nicht versicherbar. Versichert werden können Personen bis Endalter 65, teilweise nach neueren Senioren-Tarifen auch bis 75.

Die Leistungen einer Unfallversicherung umfassen je nach Wahl:

  • Invaliditätsleistung
  • Übergangsleistung
  • Tagegeld
  • Krankenhaustagegeld
  • Genesungsgeld
  • Unfallrente
  • Todesfallleistung

Anspruch auf die reguläre Invaliditätsleistung besteht, wenn ausgehend vom Unfalltage an innerhalb eines Jahres eine voraussichtlich dauernde, unfallbedingte Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen Leistungsfähigkeit eintritt. Die Höhe der Leistung richtet sich nach dem Invaliditätsgrad, der seinen Ursprung in der sogenannten Gliedertaxe findet. In dieser sind die Körperteile nach Ihrer Wichtigkeit prozentual eingeordnet. (Beispiel: Hand: 55%). Eine Unfallrente wird zumeist erst nach 50% Invalidität gezahlt.

Sinnvoll ist die Vereinbarung von Progressionen, die eine Erhöhung der Entschädigung besonders im hohen Invaliditätsbereich ermöglicht. Gerade hier wird auch im schlimmsten Fall besonders viel Geld benötigt. Üblich sind so Mehrauszahlungen von bis zu 500 Prozent der Grundsumme.

Für Senioren bieten einige Versicherungen Sondertarife an, die unter anderem auf Hilfeleistungen nach einem Krankenhausaufenthalt erweitert sind. Diese sog. Seniorenunfallversicherungen sind besonders auf die Risiken und Bedürfnisse von älteren Personen zugeschnitten. Mehrleistungen infolge eintretender Pflegebedüftigkeit nach einem Unfall, sowie Leistungen auch nach Knochenbrüchen gehören hier zu den erwähnenswerten Besonderheiten.