Was ist die Riester-Rente?

Die Riester-Rente ist ein freiwilliges Versorgungsangebot zur Aufbesserung der Leistungen aus der gesetzlichen Rentenversicherung. Weil infolge der demografischen Entwicklung hieraus immer weniger Leistungen im Alter zu Erwarten sind, werden private Riester-Verträge durch den Staat finanziell unterstützt und steuerlich gefördert. Die Riester-Rente zählt zu einem absoluten Grundbaustein der privaten Altersvorsorge. Jeder rentenversicherungspflichtige Bürger sollte heutzutage einen solchen zertifizierten Vertrag bei einer Lebensversicherung, Bank oder Fondsgesellschaft abschließen. Die Riester-Rente ist vor dem Zugriff durch die Bundesagentur für Arbeit geschützt (Hartz-Sicher)!

Wer kann und sollte “riestern”?

In den Genuss der staatlichen Förderung kommen folgende Personengruppen:

  • alle Pflichtversicherte in der gesetzlichen Rentenversicherung, darunter alle Arbeitnehmer, Auszubildende und pflichtversicherte Selbstständige.
  • Beamte und Empfänger von Amtsbezügen. Die Riester-Rente schafft hier einen Ausgleich für die finanziellen Nachteile durch das Versorgungsänderungsgesetz.
  • Alle Wehr- und Zivildienstleistende
  • Alle Empfänger von Arbeitslosengeld oder Arbeitslosengeld 2 - geringfügig Beschäftigte, die auf Versicherungsfreiheit verzichten

Wer kann nicht “riestern”?

Folgende Personen haben keinen Anspruch auf staatliche Förderung - freiwillig Versicherte und nicht versicherungspflichtige Selbstständige (Empfehlung: Rürup-Rente) - Rentner, die eine Altersrente, Berufsunfähigkeitsrente oder Erwerbsminderungsrente erhalten - Sozialhilfeempfänger - versicherungsfreie, geringfügig Beschäftigte - Pflichtversicherte der berufsständischen Versorgungswerke

Wenn ein Ehepartner zu dem begünstigten Personenkreis zählt, kann auch der andere Partner einen eigenen geförderten Riestervertrag abschließen, auch wenn dieser nicht zum geförderten Personenkreis zählt. Der Ehepartner erhält dann ebenfalls die staatlichen Zulagen. Für diesen sog. Zulagenvertrag müssen keine fortlaufenden Beiträge entrichtet werden.

Die staatliche Förderung

Die staatliche Förderung gliedert sich in zwei Bereiche. Zum einen werden dem Riester-Vertrag jährlich Zulagen gutgeschrieben, zum anderen können die eingezahlten Beiträge als Sonderausgaben bei der Steuererklärung geltend gemacht werden.

Die Grund- und Kinderzulage beträgt für das Jahr 2007 jährlich 114 Euro pro Person und 138 Euro pro Kind; ab 2008 jährlich 154 Euro pro Person und 185 Euro pro Kind.

Für ab dem 1.1.2008 geborene Kinder beträgt die Kinderzulage 300 Euro jährlich. Die Kinderzulage wird solange gezahlt, wie für das jeweilige Kind Anspruch auf Kindergeld besteht.

Versicherungsleistung

Der Anspruch auf die Versicherungsleistung beginnt frühestens in einer vorzeitigen Abrufphase mit dem 60. Lebensjahr der versicherten Person. Erlebt diese den Beginn der Rentenzahlung, wird diese in Form einer monatlichen und jährlichen Rente lebenslänglich gezahlt. Einmalig können 30% des Altersvorsorgevermögens aus der Riester-Rente zur freien Verfügung entnommen werden. Die Rentenleistung vermindert sich hierdurch.

Empfänger von sog. “Kleinbetragsrenten” können sich das Geld aus der Riester-Rente auch vollständig als einmalige Kapitalsumme auszahlen lassen. Zu Kleinbetragsrenten gehören Renten, die geringer ausfallen als 1 Prozent der Bezugsgröße der Sozialversicherung. Im Jahr 2007 lag hier die Grenze bei monatlich unter 29,40 Euro.

Steuerliche Behandlung der Versicherungsleistung

Die Leistungen aus der Riester-Rente werden mit den gewährten Zulagen in voller Höhe versteuert. Möchte man seinen Ruhestand im Ausland verbringen und seinen Wohnsitz in Deutschland aufgeben, müssen die Zulagen und Steuerervorteile in voller Höhe zurückbezahlt werden.

Leistungen im Todesfall

Stirbt die versicherte Person vor Beginn der Rentenzahlung, kann die einmalige Leistung bei Tod vom Ehepartner der versicherten Person ohne Abzüge in einen eigenen Altersvorsorgevertrag eingezahlt werden. Alternativ kann die einmalige Leistung auch in Form einer lebenslangen Rente an den Ehegatten ausgezahlt werden.

Beitragszahlung

Um die volle staatliche Zulage zu erhalten, muss ein Mindestbeitrag von 3% (in 2007) bzw. 4% (nach 2008, letzte Stufe) des rentenversicherungspflichtigen Vorjahreseinkommens (Brutto) aufgebracht werden. Die maximale staatliche Förderung erreicht man bei einem Betrag von 1575 Euro (in 2007) bzw. 2100 Euro (ab 2008, letzte Stufe).

Unter Berücksichtigung des jährlichen Höchstbeitrages, kann man in Riester-Verträge auch zusätzliche Einzahlungen vornehmen. Zahlt man weniger als 3, bzw. 4 Prozent vom Bruttoeinkommen, werden die Zulagen dem Vertrag anteilig gutgeschrieben. (Bei vermindertem Einzahlungsbetrag bekommt man auch nur verminderte Zulagen.) Der Grundbeitrag (Sockelbeitrag) beträgt zumeist 5 Euro monatlich (60 Euro jährlich).

Einschluss von Zusatzversicherungen

Alle Riester-Verträge können ohne Nachteile mit zusätzlichen Berufs- oder Erwerbsunfähigkeitsversicherungen kombiniert werden. Ebenfalls kann eine Hinterbliebenenrente vereinbart werden, wodurch sich jedoch die Rentenhöhe mindert. Deshalb kann hier der Abschluss einer separaten Risikolebensversicherung durchaus vorteilhafter sein.