Was ist die Berufsunfähigkeitsversicherung?

Die Berufsunfähigkeitsversicherung gehört mit zu den wichtigsten Versicherungen. Tritt einmal der Fall einer Berufs- oder Erwerbsunfähigkeit ein, ist der einzelne durch die gesetzliche Rentenversicherung kaum abgesichert. Für alle, die nach dem 1.01.1961 geboren sind, besteht nur noch gesetzlich Absicherung in geringem Umfang über die Erwerbsminderungsrente. Aus dieser werden maximal i.d.R. 1/3 des derzeitigen Gehaltes ausbezahlt. Aber auch nur dann, wenn die Arbeitskraft soweit eingeschränkt ist, dass man nicht mehr als 3 Stunden am Tag dazu in der Lage ist, eine berufliche Tätigkeit (es kann hier auch auf andere Tätigkeiten verwiesen werden)! auszuüben.

Eigene Vorsorge hat also absolute Priorität! Und die findet man über eine private Berufsunfähigkeitsversicherung. Geleistet wird hieraus nach der gängigsten Form dann die vereinbarte Rente, wenn mindestens 50% Berufsunfähigkeit vorliegt. Es wird auch nicht gefragt, ob die Berufsunfähigkeit durch Unfall oder Krankheit entstanden ist. Wichtig ist die Tatsache, dass man seinen Beruf zu mindestens 50% nicht mehr ausüben kann. Der Verweis auf andere Tätigkeiten entfällt hier auf Vereinbarung. Die Höhe der vereinbarten Rente darf nicht das Nettoeinkommen übersteigen. In der Regel kann eine Berufsunfähigkeitsrente als Zusatz in Kapitalversicherungen (Rentenversicherung oder Lebensversicherung) intergriert werden. Es gibt jedoch auch eigenständige Berufsunfähigkeitsversicherungen.

Generell sollte man so früh wie möglich mit dem Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung beginnen. Sehr genau wird vor Beantragung der Gesundheitszustand der versicherten Person abgefragt. Schon bei kleineren kurzfristigen Erkrankungen (z.B. Hautausschlag, häfuige Erkältungen, Behandlung wegen Rückenschmerzen) können Risikozuschläge oder Ausschlüsse die Folge sein. Sinnvoll ist zudem die Vereinbarung einer Dynamik. So erhöhen sich in regelmäßigen Abständen die Versicherungsleistungen ohne erneute Gesundheitsprüfung.

Eine Berufsunfähigkeitsrente wird längestens bis zum vereinbarten Ablauf der Versicherung gezahlt, i.d.R. Rentenbeginn. Auf Wunsch kann vereinbart werden, dass im Falle der Zahlung einer Berufsunfähigkeitsrente die Beitragszahlung freigestellt wird. Die Leistungen werden nicht auf etwaige Leistungen aus anderen Versicherungszweigen (z.B. Unfallversicherung) angerechnet.