Obliegenheiten im Schadenfall

Möchte man einen entstandenen versicherungspflichtigen Schaden durch die Versicherung ersetzt bekommen, gilt es in allen Versicherungsarten die vertraglich zugrundeliegenden Obliegenheiten einzuhalten, andernfalls gefährdet man den Versicherungsschutz. Im Wesentlichen gelten die folgenden Verhaltensregeln:

Schadenminderungspflicht

Es versteht sich von selbst, dass Sie als Versicherungsnehmer den entstandenen Schaden im Rahmen Ihrer Möglichkeiten mindern und begrenzen müssen. Die Kosten, die zu dieser Schadensminderung entstehen, werden von der Versicherung erstattet. Wenn z.B. infolge eines Rohrbruchs Wasser aus der Leitung tritt und die Gefahr besteht, dass Ihre Einrichtung beschädigt wird, sollten Sie dafür Sorge tragen, dass die Einrichtungsgegenstände rechtzeitig aus dem Gefahrenbereich gelangen. Genauso gilt es im Brandfall, den Brandherd weitesgehend je nach Situation einzudämmen und Sofortmaßnahmen (Notruf, etc.) einzuleiten.

Beweissicherung

Alle Umstände die zum Schaden führten, müssen korrekt und umfassend geschildert werden. Um auf Nummer sicher zu gehen, sollten Sie von jedem Schaden Fotos machen und diese Ihrer Versicherung aushändigen. Dies erleichtert Ihrer Versicherung und letztlich Ihnen die Abwicklung des Schadens. In der Hausratversicherung ist es so z.B. sinnvoll, die Einrichtung bzw. Wertgegenstände zu dokumentieren und fotografieren, bestenfalls mit Ihnen zusammen als Nachweis, dass Ihnen die Gegenstände auch gehören.

Nach einem Verkehrsunfall sollte man ebenfalls Fotos aus verschiedenen Perspektiven und Skizzen zum Schadenhergang und dem gegnerischen Fahrzeug genau anfertigen. Wenn Schäden vom Unfallgeschädigten vorschnell behoben wurden ist ein Foto oftmals das einzige Behelfsmittel für Gutachter. Für Schäden, die durch strafbare Handlungen entstanden sind, verlangen Versicherungen zudem immer die polizeiliche Aufnahme.

Schadenmeldung

Ist ein Schaden, muss dieser der Versicherung so schnell wie möglich, also ohne schuldhafte Verzögerung gemeldet werden. Es gelten in der Regel folgende Fristen: Allgemeine Versicherungsarten: Unverzügliche Meldung; Unfallversicherung: Meldung innerhalb von 48 Stunden bei Unfällen mit Todesfolge; Private Krankenversicherung: Krankenhausbehandlungen innerhalb von 10 Tagen. In der Rechtsschutzversicherung sollten sämtliche Kosten vorher mit der Gesellschaft abgestimmt werden. Für die Auslandsreisekrankenversicherung genügt die Schadensmeldung direkt nach dem Ende der Urlaubsreise zusammen mit Einreichung der Behandlungsrechnung.

Schuldanerkenntnis ist der Versicherung vorbehalten

Die Versicherung möchte sich im Schadenfall das Schuldrecht vorbehalten. Für Sie bedeutet das, dass Sie vor Einschalten Ihrer Versicherung generell niemals einen Schadenersatzanspruch von sich aus anerkennen sollten oder gar Entschädigungszahlungen zu leisten. Nach einer Ablehung des Schadens durch die Versicherung gilt dieses Verbot nicht mehr.