Krankenversicherung: Gesetzlich oder Privat?

In Deutschland gibt es zwei Krankenversicherungssysteme: Die gesetzliche und die private Krankenversicherung. Die meisten Bundesbürger gehören der gesetzlichen Krankenversicherung an. Dies kommt nicht von ungefähr, denn um sich privat krankenversichern zu können, muss das Einkommen eines Angestellten oberhalb der Versicherungspflichtgrenze liegen (2008: 48.150 Euro) oder man gehört zu dem Personenkreis der Selbstständigen, Freiberufler, Beamte oder Studenten.

In erster Linie ist die Entscheidung eine Beitragssache. Denn auch als gesetzlich krankenversicherter kann man über private Zusatztarife den gesetzlichen Schutz auf privates Niveau anpassen. Man sollte daher genauestens prüfen, welches die bessere Wahl ist. Als Gutverdiener mit dem Höchstsatz in der gesetzlichen Krankenversicherung kann es sogar durchaus günstiger sein, sich privat zu versichern!

Die Versicherung in einer gesetzlichen Krankenkasse empfiehlt sich in folgenden Situationen:

  • bei hohem Eintrittsalter, weil sich die Beiträge ausschließlich nach dem Verdienst bemessen
  • bei Verheirateten mit mehreren Kindern, weil die Familie beitragsfrei mitversichert ist
  • bei Verheirateten, wenn der Ehegatte nicht berufstätig ist
  • bei Leistungsausschlüssen und Risikozuschlägen in der privaten Krankenversicherung
  • wenn kein Beihilfeanspruch besteht (für Beamte) 
  • bei niedrigem Einkommen
  • bei bescheidenen Leistungsansprüchen auf Grundversorgungsniveau

Eine private Krankenversicherung empfiehlt sich hingegen:

  • bei niedrigem Eintrittsalter
  • bei Ledigen oder kinderlos Verheirateten
  • wenn beide Ehegatten berufstätig sind
  • bei Anspruch auf Beihilfe
  • bei hohen Leistungsansprüchen (Chefarzt, Einbettzimmer, etc.)
  • bei häufigem Auslandsaufenthalt
  • wenn keine Gründe für einen Leistungsausschluss sprechen
  • bei hohem Gehalt